Dick, Philip Kindred, US-amerikanischer Schriftsteller, * 16. Dezember 1928 in Chicago, † 2. März 1982 in Santa Ana. Dick schrieb Science-Fiction-Romane und Kurzgeschichten. Viele von Dicks Werken wurden verfilmt oder lieferten Motive, die in Filmen verarbeitet wurden. Zu den bekanntesten dürfte der Film »Blade Runner« gehören, der auf Dicks 1968 erschienenem Roman »Do Androids Dream of Electric Sheeps?« (dt. Träumen Androiden von elektrischen Schafen) basiert.

Leben

Obwohl Dick nur 53 Jahre alt wurde und zeitlebens mit psychischen wie auch mit finanziellen Problemen zu kämpfen hatte, hinterließ er ein außergewöhnlich umfangreiches Werk (fast 40 Romane, mehr als 120 Kurzgeschichten). Mit großer Kreativität variierte er seine zentralen Themen: die Frage nach der eigenen Identität, das Erkennen der Wirklichkeit, die (Un)Möglichkeit, zwischen Manipulation und »Echt« zu unterscheiden. Sein leicht lesbarer Schreibstil verhalf ihm einerseits zu großer Popularität, sorgt andereseits aber bis heute zuweilen für Kritik, die die literarische Qualität seiner Werke in Zweifel zieht. Unzweifelhaft ist jedoch Dicks enormer Einfluss auf die jüngere Science Fiction.

Philip Kindred Dick kam mit einer Zwillingsschwester, Charlotte Jane, zur Welt, die wenige Wochen nach der Geburt starb. Bald darauf zog die Familie nach Kalifornien. Die Eltern ließen sich scheiden, als Philip fünf Jahre alt war. Der Junge blieb bei seiner Mutter und zog mit ihr nach Washington D.C., wo er die Grundschule besuchte. Ab  1938 lebte er mit seiner Mutter wieder in Kalifornien. Bereits als Teenager schrieb Dick Gedichte und Kurzgeschichten. 1947 machte er seinen Abschluss an der Berkeley Highschool — im gleichen Jahrgang wie die später ebenso berühmte Science-Fiction-Autorin Ursula Le Guin. Dick und Le Guin sind sich jedoch in ihrer High-School-Zeit zumindest bewusst nicht begegnet.

1948 ging Dick als 19-Jähriger die erste seiner insgesamt fünf Ehen ein. Die Verbindung hielt nur ein halbes Jahr. 1949 schrieb sich Dick an der Berkeley University für Philosopie und Germanistik ein. Bereits ein Jahr später wurde er als »Querulant« zwangsexmatrikuliert. Dick war zu diesem Zeitpunkt wieder verheiratet und arbeitete in einem Plattenladen. 1952 veröffentlichte er seine erste Kurzgeschichte; 1955 erschien sein erster Roman (»Solar Lottery«). Seine finanzielle Situation blieb jedoch prekär, mit der Konsequenz, dass er seine »Produktivität steigerte«,  »auf Masse« schrieb. Die im Science-Fiction-Genre übliche schlechte Honorierung ging einher mit geringer Wertschätzung: Science Fiction war in den USA der 1950er-Jahre zwar populär, galt aber als Schund. Doch Dick hielt an seinem ehrgeizigen Ziel fest, den Sprung aus dem Science-Fiction-Genre in die Mainstream-Literatur zu schaffen.

1958 ließ sich Dick von seiner zweiten Frau scheiden und heiratete bald darauf zum dritten Mal. 1960 wurde seine erste Tochter geboren. In dieser Zeit arbeitete er extrem hart, begann, regelmäßig Amphetamine und wohl auch andere Drogen zu nehmen. 1963 konnte er immerhin einen großer Erfolg verbuchen: für den Roman »The Man in the High Castle« erhielt Dick den Hugo Award. 1964 wurde Dicks dritte Ehe geschieden. 1966 dann die vierte Ehe, ein Jahr später die Geburt seiner zweiten Tochter. 1972 endete auch diese Ehe mit der Scheidung. Ein Jahr später erneute Heirat und die Geburt seines Sohnes. Diese letzte Ehe wurde 1977 geschieden.

In den 1970er-Jahren wurde Dicks psychische Gesundheit immer labiler. Geldsorgen, private Probleme sowie sein Drogenkonsum forderten ihren Tribut. Ein Einbruch in Dick Haus, bei dem seine Unterlagen durchwühlt wurden, steigerte seine Pranoia. Dick war überzeugt, dass ein Geheimdienst dahinter steckt. Er übersiedelte für kurze Zeit nach Kanada, ohne seinen psychischen Problemen entfliehen zu können. Nach einem Suizidversuch kehrte er zurück nach Kalifornien. Im Februar/März des Jahres 1974 hatte er eine Reihe übernatürlicher Erscheinungen, deren Natur er für den Rest seines Lebens herauszufinden versuchte. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema mündete in die Trilogie »VALIS«. Erfreulich und fianziell entlastend war für Dick in dieser Phase, dass United Artists die Filmrechte an seinem frühen Roman »Do Androids Dream of Electric Sheeps« erwarb und diesen unter dem Titel »Blade Runner« verfilmte. Dick wurde gegen Ende der Filmproduktion in die Entstehung des Filmes einbezogen. Er äußerte sich positiv, erlebte die Uraufführung im Juni 1982 jedoch nicht mehr. Am 2. März 1982 starb Philip K. Dick an den Folgen eines Schlaganfalls.

Werke (Auswahl)

Romane

  • Time out of Joint (1959; dt. Zeit ohne Grenzen, 1962; in späterer Übersetzung Zeit aus den Fugen)
  • The Man in the High Castle (1962; dt. Das Orakel vom Berge, 1973)
  • Martian Time-Slip (1964; dt. Mozart für Marsianer, 1973; in späterer Übersetzung Marsianischer Zeitsturz)
  • Simulacra (1964; dt. Simulacra, 1978)
  • Clans of the Alphane Moon (1964; dt. Kleiner Mond für Psychopathen, 1979; in späterer Übersetzung Die Clans des Alpha-Mondes)
  • The Three Stigmata of Palmer Eldritch (1965; dt. LSD-Astronauten, 1971; in späterer Übersetzung Die drei Stigmata des Palmer Eldritsch)
  • Now Wait for the Last Year (1966; dt. Warte auf das letzte Jahr, 1981)
  • The Ganymed Takeover (1967; dt. Die Invasoren von Ganymed, 1976)
  • Do Androids Dream of Electric Sheep (1968; dt. Träumen Roboter von elektrischen Schafen, 1969; später Träumen Androiden von elektrischen Schafen, auch Blade Runner)
  • Ubik (1969; dt. Ubik, 1977)
  • Flow my Tears, the Policeman Said (1974; dt. Eine andere Welt, 1977)
  • A Scanner Darkly (1977; dt. Der dunkle Schirm, 1980)
  • VALIS (1981, Teil I der Valis-Trilogie; dt. VALIS, 1984)
  • The Divine Invasion (1981, Teil II der Valis-Trilogie; dt. Die göttliche Invasion, 1984)
  • The Man Whose Teeth Were All Exactly Alike (1982; dt. Der Mann, dessen Zähne alle exakt gleich waren, 1985)
  • The Transmigration of Tomothy Archer (1982, Teil III der Valis-Trilogie; dt. Die Wiedergeburt des Timothy Archer, 1984)
  • Radio Free Albemuth (1985; dt. Radio freies Albemuth, 1987)

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