<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Website der Habenichtse &#187; Tod</title>
	<atom:link href="http://www.habenichtse.de/tag/tod/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.habenichtse.de</link>
	<description>Fantastische Literatur &#38; Science Fiction</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Sep 2010 07:58:22 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0.1</generator>
		<item>
		<title>Undine</title>
		<link>http://www.habenichtse.de/marchen/undine/</link>
		<comments>http://www.habenichtse.de/marchen/undine/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 05 Aug 2010 07:27:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Märchenhaftes]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Seele]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.habenichtse.de/?p=48</guid>
		<description><![CDATA[<strong>Friedrich de la Motte Fouqué</strong> ♦ Ein Mann, zwei Frauen -- was selten gut ausgeht, schon gar nicht, wenn die eine ein Wassergeist ist. <a href="http://www.habenichtse.de/marchen/undine/"> lesen ...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Märchennovelle von <a href="http://www.habenichtse.de/biografie/friedrich-baron-de-la-motte-fouque/" target="_self">Friedrich de la Motte Fouqué</a><br />
Erstveröffentlichung 1811</p>
<div id="attachment_555" class="wp-caption alignleft" style="width: 200px"><img class="size-medium wp-image-555" title="undine2_rackham" src="http://www.habenichtse.de/wp-content/uploads/2010/08/undine2_rackham-190x300.jpg" alt="Undine. Arthur Rackham" width="190" height="300" /><p class="wp-caption-text">Undine. Arthur Rackham</p></div>
<p>Ein Mann, zwei Frauen und sehr viel Wasser. Friedrich de la Motte Fouqué erzählt die klassische Geschichte von Liebe, Eifersucht und Selbstaufgabe. Undine, die Hauptfigur, trägt alle Wesenszüge der gleichnamigen mythologischen Gestalt: Sie ist ein Wassergeist und erlangt erst durch ihre Heirat mit einem irdischen Mann, dem Ritter Huldbrand, eine Seele. Als dieser sich von ihr ab- und einer anderen zuwendet, leidet Undine in stiller Demut. Ihr seelenloser Onkel Kühleborn dagegen verfolgt den Treulosen bis zum bitteren Ende, das durch Undines nasse Küsse herbeigeführt wird.</p>
<p>Der Undine-Stoff wurde immer wieder von anderen Künstlern verarbeitet; am bekanntesten dürften die gleichnamigen Opern von <a href="http://www.habenichtse.de/biografie/e-t-a-hoffmann/" target="_self">E.T.A. Hoffmann</a> und Albert Lortzing sein. Für Hoffmanns Oper schrieb de la Motte Fouqué selbst das Libretto.</p>
<h3>Inhalt</h3>
<p>Der Ritter Huldbrand von Ringstetten irrt auf seinem Pferd durch den dunklen Forst. Von den meisten Menschen wird dieser Wald gemieden, weil angeblich wundersame Kreaturen in ihm hausen, die nur zu gern ihre Gaukeleien mit arglosen Durchreisenden treiben. Auf einer Landzunge zwischen Wald und See leben einsam ein alter Fischer und seine Frau. Von den Gespenstern des Waldes geängstigt und vom Unwetter überrascht, findet Huldbrand bei den Fischersleuten freundliche Aufnahme. Überrascht ist Huldbrand von ihrer schönen, wilden Pflegetochter, die so gar nicht zu dem einfachen, frommen Paar passen will. Das Mädchen trägt den ungewöhnlichen Namen Undine.</p>
<p>Undine zeigt gegenüber dem Fremden eine Zutraulichkeit, die diesen verwirrt und gleichermaßen bezaubert. Geradezu fragt sie ihn, wie er zu ihrer Hütte gelangt sei, was er im wüsten Wald erlebt habe und wieso er überhaupt so lang gebraucht habe, um sich endlich hierher zu verirren. Die Eltern tadeln Undines ungebührliches Verhalten und fordern damit ihren Trotz heraus:</p>
<blockquote><p><em>»Wenn ihr zanken wollt und nicht tun, was ich haben will, so schlaft allein in eurer alten räuchrigen Hütte!«</em></p></blockquote>
<p>Undine verschwindet in die finstre Nacht und der Fischer erzählt Huldbrand, wie das Mädchen vor etwa fünfzehn Jahren in ihr Haus gekommen ist. Das Ehepaar hatte zu jener Zeit eine kleine Tochter, die ihr ganzes Glück war. Während der Fischer in der Stadt war, um seine Fische zu verkaufen, geschah ein großes Unglück: Das kleine Mädchen fiel vor den Augen der Mutter in den See und ward nie mehr gesehen. Kurz nach diesem tragischen Ereignis stand ein anderes kleines Mädchen von drei, vier Jahren vor ihrer Tür &#8212; mit reichen Kleidern, goldenen Haaren und völlig durchnässt.</p>
<blockquote><p><em>»Frau«, sagte ich, »uns hat niemand unser liebes Kind erretten können; wir wollen doch wenigstens an andern Leuten tun, was uns selig auf Erden machen würde, vermöchte es jemand an uns zu tun.«</em></p></blockquote>
<p>Die beiden nehmen das Kind anstelle ihres eigenen auf. Als sie es auf den Namen Dorothea (Gottesgabe) taufen lassen wollen, widerspricht die Kleine:</p>
<blockquote><p><em>»Undine sei sie von ihren Eltern genannt worden, Undine wolle sie auch ferner heißen.« </em></p></blockquote>
<p>Den Fischersleuten kommt dies nicht wie ein christlicher Name vor, und der Priester hat erst recht Einwände. Doch als er das hübsche, blondgelockte Mädchen vor sich sieht, kann er sich an keinen dieser Einwände mehr erinnern. Und so wird sie denn auf den seltsamen Namen Undine getauft. Nachdem der Fischer dies erzählt hat, macht er sich zusammen mit dem Ritter auf die Suche nach Undine, die in die stürmische Nacht geflüchtet war. Das Unwetter hat zu einer Überschwemmung geführt, wodurch die Spitze der Landzunge vom Rest abgeschnitten wurde. Auf diesem Inselchen sitzt Undine &#8212; und erwartet den tapferen Ritter Huldbrand:</p>
<blockquote><p><em>»Es ist der Himmel!«, sagte Huldbrand und umschlang inbrünstig küssend die schmeichelnde Schöne.</em></p></blockquote>
<p>Zurück in der Hütte erzählt Huldbrand seine Geschichte. Er hatte sich seit etwa acht Tagen in der Reichsstadt, jenseits des Waldes, aufgehalten. Dort hatte er (wie es sich für einen Ritter gehört) recht erfolgreich an Turnierkämpfen teilgenommen und &#8212; vor allem das &#8212; sein Herz an Bertalda, die schöne, aber hochmütige Pflegetochter des Herzogs, verloren. Bertalda wünschte als Liebesbeweis, dass er Nachricht bringt, »wie es im berüchtigten Forst aussieht.«  Der Ritter hielt das für eine einfache Aufgabe, wurde jedoch eines besseren belehrt. Der Wald scheint tatsächlich von Gnomen und Gespenstern bevölkert zu sein. Als sein Pferd vor Angst durchging und auf einen Abgrund zulief, meinte der Ritter einen langen weißen Mann zu sehen, der sich zwischen den Hengst und den Abgrund warf und ihn zum Stehen zwang. Doch zur Ruhe gekommen, stellte er fest, dass der weiße Mann in Wirklichkeit ein Bach war, der von einer Felswand stürzt.</p>
<p>An dieser Stelle macht Undine eine irritierende Bemerkung: »Danke, lieber Bach!« Das seltsame Paar &#8212; weißer Mann / Bach &#8212; wird auch später in der Geschichte immer wieder auftauchen. Der weiße Mann ist Undines Onkel Kühleborn, der seiner Nichte einen irdischen Ehemann zuführen will, damit diese etwas bekommt, das normalerweise kein Wesen seines Geschlechts besitzt: eine unsterbliche Seele. Und tatsächlich geht der Plan zunächst auf. Der Ritter kann wegen der Überflutung nicht sobald zurück, und schon bald will er das auch gar nicht mehr. Er fühlt sich wohl in der Fischerhütte, die Leute mögen ihn. Ohne, dass es ausgeprochen würde, sehen die Alten Undine und Huldbrand als Verlobte. Als sich eines Tages Pater Heilmann zur Hütte verirrt, bittet der Ritter ihn, sie zu trauen.</p>
<blockquote><p><em>Und während der ganzen Trauhandlung sah zu dem Fenster mir gegenüber ein ansehnlicher, langer Mann im weißen Mantel herein.</em></p></blockquote>
<p>Direkt nach der Trauung macht der Priester eine Bemerkung, mit der er ungewollt an Undines Ängste rührt. Undine weiß, dass sie durch ihre Heirat eine Seele bekommen wird, aber sie spürt auch das Schwere, Unfrohe, das der Seele anhhaften muss &#8212; denn würden die Menschen sonst so bekümmert dreinschaun, wenn es um die Seele geht? Deshalb fragt sie den Priester:</p>
<blockquote><p><em>»Es muss etwas Liebes, aber auch etwas höchst Furchtbares um eine Seele sein. Um Gott, mein frommer Mann, wär es nicht besser, man wurde ihrer nie teilhaftig?« [..]<br />
»Schwer muss die Seele lasten«, fuhr sie fort, da ihr doch niemand antwortete, »sehr schwer! Denn schon ihr annahendes Bild umschattet mich mit Angst und Trauer. Und ach, ich war so leicht, so lustig sonst!«<br />
</em></p></blockquote>
<p>Alle Anwesenden sind entsetzt, spüren einerseits das Fremde zwischen sich und Undine, andererseits aber auch ihre Arglosigkeit und Unschuld. Am nächsten Morgen jedenfalls besitzt auch Undine eine Seele, und die Zeit der Seelenpein ist noch ein gutes Stück entfernt. Sie offenbart ihrem Mann, dass sie ein Wassergeist, eben eine Undine ist, die Tochter eines Wasserfürsten, der für seine einzige Tochter etwas ganz besonderes wollte &#8212; eine Seele. Er, Huldbrand, ist es nun, dem sie ihre Seele verdankt, aber keinesfalls wolle sie ihn durch Lug und Trug an sich binden. Deshalb solle er nun wählen: sie zu verstoßen oder für immer als treu liebende Frau zu behalten.</p>
<p>Huldbrand wählt Letzteres, denn hier auf der Landzunge gibt es nichts, was ihn von Undine trennen könnte. Bald zieht er mit Undine in die Stadt, wo er vor kurzem noch Bertalda umworben hatte. Huldbrands langes Fortbleiben hat bereits Befürchtungen genährt, er sei im Gespensterwald umgekommen. Als er nun mit seiner schönen, jungen Frau auftaucht, wird er als Held gefeiert. Nur Bertalda freut sich nicht, und da sie zuvor ihre Sorge um Huldbrand so offen zur Schau getragen hat, kommt zur Eifersucht noch eine gewisse Peinlichkeit. Trotzdem fühlen sich die beiden Frauen auf mysteriöse Weise zueinander hingezogen.</p>
<p>Zufällig erfährt Undine von Kühleborn, dass es zwischen ihr und Bertalda tatsächlich ein starkes Band gibt: sie wurden als Kinder vertauscht; die Fischersleute sind also Bertaldas richtige Eltern. In der Annahme, Bertalda  eine große Freude zu bereiten, richtet sie für ihre Freundin ein Fest aus, auf dem sie ihr ihre Eltern vorstellt. Doch die auf ihren Status bedachte Bertalda reagiert ganz anders, als sich Undine hätte vorstellen können:</p>
<blockquote><p><em>Sie schalt Undinen, sie schalt die beiden Alten; die hässlichen Worte: »Betrügerin und erkauftes Volk!« rissen sich von ihren Lippen.</em></p></blockquote>
<p>Die durch die gegenseitige Sympathie in den Hintergrund getretene Eifersucht bricht sich Bahn. Die hochmütige Bertalda meint, Undine hätte diese Familienzusammenführung mit Eltern von niedrigem Stande inszeniert, um sie vor Huldbrand zu demütigen. Mit ihrer Szene schadet sie jedoch nur sich selbst: ihre leiblichen Eltern sind todtraurig, was für ein böses Weib ihre Tochter geworden ist. Ihre Pflegeeltern wenden sich rigoros von ihr ab, weil sie auf so boshafte Weise die Gefühle ihrer liebender Eltern verletzt hat. Die einzige, die nach allem noch zu Bertalda hält, ist Undine. Sie lädt Bertalda ein, mit ihr und Huldbrand nach Schloss Ringstetten zu ziehen, anstatt gemäß dem Willen ihrer Pflegeeltern in die Fischerhütte ihrer leiblichen Eltern.</p>
<p>Für diese Entscheidung muss Undine einen hohen Preis zahlen. Huldbrand zieht es immer stärker zu Bertalda, und Undines Tränen wecken in ihm höchstens Gewissensbisse, aber nicht die frühere Liebe. Neben der ganz und gar irdischen Eifersucht quält sie noch ein anderes Gefühl, nämlich die Sorge um Huldbrand, den sie trotz allem liebt. Sie weiß, dass ihr Onkel Kühleborn nicht tatenlos zusehen wird, wie sich seine Nichte wegen dem ihr Angetrauten die Augen ausweint. Entschlossen lässt sie deshalb den Burgbrunnen mit einem schweren Stein abdecken. Dieser Brunnen ist der einzige Zugang, über den Kühleborn zu ihnen kommen kann. Die Quellen weiter unten im Ort sind von Wassergeistern bewohnt, mit denen Kühleborn verfeindet ist. Erst weit entfernt in der Donau hat der Onkel wieder Macht.</p>
<p>Bertalda ist wegen dieser Maßnahme empört, hat sie doch das Wasser des Burgbrunnens als Schönheitsmittel für sich entdeckt. Doch nachdem Undine den Grund ihrer Anweisung gegenüber Huldbrand offenbart hat, unterstützt der ihre Anweisung und erkennt die Großmut und Güte seiner Ehefrau. Seine Gunst neigt sich nun wieder stärker Undine zu. Undine beschwört ihren Mann, eines NIEMALS zu tun: sie zu schelten, während sie sich im Machtbereich der Wassergeister befinden.</p>
<p>Einige Monate nach dieser Wendung findet die Dreiecksgeschichte ihr tragisches Ende. Huldbrand und die beiden Frauen machen einen Ausflug auf der Donau, also dort, wo Kühleborn Macht über sie besitzt. Der Ritter hat wieder mit Bertalda angebändelt, sodass die Stimmung bereits getrübt ist. Die Situation eskaliert, als Bertalda, erschreckt von dem bereits zürnenden Kühleborn, ihre Halskette &#8212; ein Geschenk von Huldbrand &#8212; ins Wasser fallen lässt. Undine will Bertalda als Ersatz eine Korallenkette schenken, die sie schnell aus der Donau fischt. Huldbrand verliert die Beherrschung und schreit seine Frau an &#8212; was er NIE hätte tun dürfen. Undine entschwindet in der Donau.</p>
<p>Eine zeitlang trauert Huldbrand und erkennt seine Schuld. Doch nicht allzu lange, und bald will er Bertalda heiraten. Pater Heilmann, der Huldbrands erste Ehe geschlossen hatte, verweigert ihm den Segen &#8212; denn Undine ist zwar verschwunden, aber doch ohne Beweis ihres Todes. Huldbrand findet einen anderen Geistlichen, der Trauung vornimmt. Doch bevor er sich ins Hochzeitsbett zu Bertalda legen kann, steigt Undine aus dem Burgbrunnen und küsst ihren treulosen Ehemann zu Tode.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.habenichtse.de/marchen/undine/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Erlkönigs Tochter</title>
		<link>http://www.habenichtse.de/marchen/erlkonigs-tochter/</link>
		<comments>http://www.habenichtse.de/marchen/erlkonigs-tochter/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 01 Aug 2010 07:46:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Märchenhaftes]]></category>
		<category><![CDATA[Fee]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.habenichtse.de/?p=77</guid>
		<description><![CDATA[<strong>Johann Gottfried von Herder</strong> ♦ Der junge Herr Oluf wird in der Nacht vor seiner Hochzeit von einer Elfe zum Tanz gebeten. Indem er sie abweist, stürzt er sich ins Verderben. <a href="http://www.habenichtse.de/marchen/erlkonigs-tochter/"> lesen ...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Volksballade, von Johann Gottfried von Herder aus dem Dänischen übertragen</p>
<p>»Erlkönigs Tochter« erschien in der von Herder herausgegebenen Sammlung »Volkslieder« (1778-1779, 2 Bände, später unter dem Titel »Stimmen der Völker in Liedern«). Wesentlich bekannter ist heute die Bearbeitung von Goethe (<a href="http://www.habenichtse.de/marchen/erlkonig/" target="_self">Erlkönig</a>), in der ein Knabe in den Armen seines Vaters vom Elfenkönig phantasiert und stirbt. Bei Herder ist das Opfer ein junger Mann von Rang, den am Vorabend seiner Hochzeit die Tochter des Elfenkönigs mit allerlei Versprechungen zu nächtlichem Tanz verführen will. Der tugendhafte Herr Oluf verhält sich mit Hinweis auf die bevorstehende Hochzeit abweisend, womit er die Elfe tödlich beleidigt. Während bei Goethe offen bleibt, ob der Erlkönig real oder ein Phantasiebild des fiebernden Jungen ist, wird die Welt der Elfen in der Volksballade schlicht als existent vorausgestzt. Entsprechend bieten sich ganz andere Interpretationsansätze an, etwa der, dass Oluf dem Tod hätte entrinnen können, wenn er den Wunsch der Elfe erfüllt und auf diese Weise seinen Respekt vor der anderen Welt gezeigt hätte.</p>
<blockquote><p><strong>Erlkönigs Tochter</strong></p>
<p><em>Herr Oluf reitet spät und weit,<br />
Zu bieten auf seine Hochzeitsleut;</em></p>
<p><em>Da tanzen die Elfen auf grünem Land,<br />
Erlkönigs Tochter reicht ihm die Hand.</em></p>
<p><em>»Willkommen, Herr Oluf! Was eilst von hier?<br />
Tritt her in den Reihen und tanz mit mir.«</em></p>
<p><em>»Ich darf nicht tanzen, nicht tanzen ich mag,<br />
Frühmorgen ist mein Hochzeittag.«</em></p>
<p><em>»Hör an, Herr Oluf, tritt tanzen mit mir,<br />
Zwei güldne Sporne schenk ich dir.</em></p>
<p><em>Ein Hemd von Seide so weiß und fein,<br />
Meine Mutter bleicht&#8217;s mit Mondenschein.«</em></p>
<p><em>»Ich darf nicht tanzen, nicht tanzen ich mag,<br />
Frühmorgen ist mein Hochzeitstag.«</em></p>
<p><em>»Hör an, Herr Oluf, tritt tanzen mit mir,<br />
Einen Haufen Goldes schenk ich dir.«</em></p>
<p><em>»Einen Haufen Goldes nähm ich wohl;<br />
Doch tanzen ich nicht darf noch soll.«</em></p>
<p><em>»Und willt, Herr Oluf, nicht tanzen mit mir,<br />
Soll Seuch und Krankheit folgen dir.«</em></p>
<p><em>Sie tät einen Schlag ihm auf sein Herz,<br />
Noch nimmer fühlt er solchen Schmerz.</em></p>
<p><em>Sie hob ihn bleichend auf sein Pferd.<br />
»Reit heim nun zu dein&#8217;m Fräulein wert.«</em></p>
<p><em>Und als er kam vor Hauses Tür,<br />
Seine Mutter zitternd stand dafür.</em></p>
<p><em>»Hör an, mein Sohn, sag an mir gleich,<br />
Wie ist dein&#8217; Farbe blaß und bleich?«</em></p>
<p><em>»Und sollt sie nicht sein blaß und bleich,<br />
Ich traf in Erlenkönigs Reich.«</em></p>
<p><em>»Hör an, mein Sohn, so lieb und traut,<br />
Was soll ich nun sagen deiner Braut?«</em></p>
<p><em>»Sagt ihr, ich sei im Wald zur Stund,<br />
Zu proben da mein Pferd und Hund.&#8221;</em></p>
<p><em>Frühmorgen und als es Tag kaum war,<br />
Da kam die Braut mit der Hochzeitschar.</em></p>
<p><em>»Sie schenkten Met, sie schenkten Wein;<br />
Wo ist Herr Oluf, der Bräutigam mein?«</em></p>
<p><em>»Herr Oluf, er ritt in Wald zur Stund,<br />
Er probt allda sein Pferd und Hund.«</em></p>
<p><em>Die Braut hob auf den Scharlach rot,<br />
Da lag Herr Oluf, und er war tot.</em></p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.habenichtse.de/marchen/erlkonigs-tochter/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Rabe</title>
		<link>http://www.habenichtse.de/gothic-fiction/der-rabe/</link>
		<comments>http://www.habenichtse.de/gothic-fiction/der-rabe/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 24 Jul 2010 16:06:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schauerliches]]></category>
		<category><![CDATA[Melancholie]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.habenichtse.de/?p=22</guid>
		<description><![CDATA[<strong>E.A. Poe</strong> ♦ Once upon a midnight dreary… wer um Mitternacht Besuch von einem Raben bekommt, der vergisst es Nimmermehr  <a href="http://www.habenichtse.de/gothic-fiction/der-rabe/"> lesen ...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gedicht von <a href="http://www.habenichtse.de/biografie/edgar-allan-poe/" target="_self">Edgar Allan Poe<br />
</a> Originaltitel »The Raven«, Erstveröffentlichung 1845 im <em>Evening Mirror</em>, New York; erste Übertragung ins Deutsche vor 1860. Heute sind vor allem die Übersetzungen von Hedwig Lachmann (1891) und Hans Wollschläger (1982) verbreitet. Die in der folgenden Inhaltsangabe verwendeten Zitate beziehen sich auf die Übersetzung von Wollschläger.</p>
<h3>Inhalt</h3>
<p>Der Erzähler ist spätabends in die Lektüre alter Bücher versunken. Vielleicht ist er auch schon ein paar Mal kurz vom Schlaf übermannt worden, als er ein leises Klopfen an der Tür hört. Wohl ein später Gast, wie er meint, doch als er die Tür öffnet, sieht er »nur Dunkel dort &#8212; nichts weiter mehr.« Die Stille wirft ihm nur sein eigenes, fragend in die Nacht gerufenes Wort zurück: »Lenor«, der Name der Frau, die er liebte und deren Tod er nicht verwinden kann. Wieder in seinem Zimmer hört er abermals ein Klopfen, etwas lauter diesmal und am Fenster. Entschlossen, seinen trüben Gedanken zu entrinnen und eine rationale Erklärung für die unheimlichen Geräusche zu finden (»&#8217;s ist der Wind &#8212; nichts weiter mehr«), reißt er das Fenster auf.</p>
<div id="attachment_53" class="wp-caption alignleft" style="width: 212px"><a href="http://www.habenichtse.de/wp-content/uploads/2010/08/paul_gustave_dore_rabe-202x300.jpg"><img class="size-full wp-image-53" title="Der Rabe" src="http://www.habenichtse.de/wp-content/uploads/2010/08/paul_gustave_dore_rabe-202x300.jpg" alt="Illustration von Gustav Dore" width="202" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Illustration von Gustav Dore</p></div>
<p>Herein flattert ein Rabe und lässt sich auf dem Türsims nieder. Gefragt nach seinem Namen, antwortet der Rabe: »Nimmermehr«. Der Mann wundert sich über den Sinn dieses Wortes, sagt sich dann aber, dass der unheimliche Besucher morgen aus seinem Leben verschwunden sein wird, wie zuvor schon mancher gute Freund &#8212; und wie sein Glück, Lenor. Darauf sagt der Rabe wieder: »Nimmermehr« und trifft damit den Mann mitten ins Herz. Der meint nun, dass Tier müsse bei einem früheren Herrn dieses eine Wort gelernt haben. Er stellt dem Raben Fragen, die wohl schon lange auf seiner Seele lasten: Ob er je über den Verlust Lenors hinweg kommen wird? Ob er sie einst im Himmel wiedersehen wird? Der Rabe sagt nur sein trostloses »Nimmermehr«. Der Mann, nun außer sich, fordert den Raben auf zu verschwinden, worauf dieser vom Türsims herab sein letztes Nimmermehr krächzt, dort schweigend verharrt und unter seinem Schatten die Seele des Mannes für immer begräbt.</p>
<p><strong>extern</strong></p>
<p><a href="http://en.wikisource.org/wiki/The_Raven_(Poe)" target="_blank">»The Raven«</a> (Originaltext auf wikisource.org)<br />
<a href="http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&amp;xid=2063&amp;kapitel=13&amp;cHash=10019d4500derrabe#gb_found" target="_blank">»Der Rabe« </a>(Übersetzung von Hedwig Lachmann auf Projekt Gutenberg)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.habenichtse.de/gothic-fiction/der-rabe/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Untergang des Hauses Usher</title>
		<link>http://www.habenichtse.de/gothic-fiction/der-untergang-des-hauses-usher/</link>
		<comments>http://www.habenichtse.de/gothic-fiction/der-untergang-des-hauses-usher/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 24 Jul 2010 12:14:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schauerliches]]></category>
		<category><![CDATA[Melancholie]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Verfall]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.habenichtse.de/?p=29</guid>
		<description><![CDATA[<strong>E.A. Poe</strong> ♦ Das Anwesen der Familie Usher atmet Schwermut und Verfall. In einer Sturmnacht erfüllen sich die düsteren Ahnungen vom Untergang. <a href="http://www.habenichtse.de/gothic-fiction/der-untergang-des-hauses-usher/"> lesen ...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kurzgeschichte von <a href="http://www.habenichtse.de/biografie/edgar-allan-poe/">Edgar Allan Poe<br />
</a>Oiginaltitel »The Fall of the House of Usher«<br />
Erstveröffentlichung 1839 in »Burton&#8217;s Gentlemen&#8217;s Magazine«, Philadelphia</p>
<h3>Inhalt</h3>
<p>Der Erzähler reitet zum Anwesen der Familie Usher. Sein Jugendfreund Roderick Usher hatte ihn in einem besorgniserregenden Brief gebeten, ihm eine Zeitlang Gesellschaft zu leisten. Roderick ist der letzte Spross des alten Adelsgeschlechts der Ushers und lebt mit seiner Zwillingsschwester, Lady Madeline, in dem unheimlichen, alten Gemäuer. Alles atmet Schwermut, Verfall und Verwesung: der wolkenverhangene Herbsttag, die von Sümpfen geprägte Landschaft, der zum Anwesen gehörende trübe Weiher und natürlich das Haus selbst mit seinen kahlen Mauern und seinem unübersehbaren Riss.</p>
<p>Der Erzähler findet Roderick in einer Verfassung vor, die seine Besorgnis noch steigert. Roderick ist von einer seltsamen Gemüts- oder Geisteskrankheit gezeichnet. Er spürt drohendes Unheil über dem Haus wie auch über dem Geschlecht der Ushers und lebt offenbar schon seit Jahren in einem Gefühl der Erstarrung. Zu seinen Symptomen gehört eine krankhaft übersteigerte Empfindlichkeit des Gehörs, die ihm Musik fast unerträglich macht und das Grauen der unheimlichen Geräusche von Haus und Umgebung potenziert.</p>
<p>Zwar scheinen die düsteren Visionen Rodericks größtenteils seiner Gemütsverstimmung zuzuschreiben zu sein, doch gibt es aus der Sicht des Erzählers auch einen sehr greifbaren, rationalen Grund, nämlich der schlechte Gesundheitszustand von Lady Madeline. Kurz nach seiner Ankunft hat der Erzähler auf der Treppe des Hauses eine wortlose Begnung mit der unheimlichen Lady. Wenige Tage darauf stirbt sie und der Bruder lässt sie bis zur Beisetzung im Keller des Hauses aufbahren. Poes Beschreibung der Toten weckt die grauenhafte Vorstellung vom lebendig Begrabensein. Auch scheinen seit Lady Madelines Aufbahrung seltsame Veränderungen mit Roderick vorzugehen. Das Unheimliche der Erzählung kulminiert in einer Sturmnacht, in der sich Ushers Ahnungen vom Untergang erfüllen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.habenichtse.de/gothic-fiction/der-untergang-des-hauses-usher/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Dracula</title>
		<link>http://www.habenichtse.de/gothic-fiction/dracula/</link>
		<comments>http://www.habenichtse.de/gothic-fiction/dracula/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 21 Jul 2010 06:53:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schauerliches]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Vampir]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.habenichtse.de/?p=40</guid>
		<description><![CDATA[<strong>Bram Stoker</strong> ♦ Dracula, Fürst der Vampire, zieht es aus seiner transsilvanischen Heimat ins zivilisierte England, wo er es besonders auf junge Damen abgesehen hat. <a href="http://www.habenichtse.de/gothic-fiction/dracula/"> lesen ...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Roman von Bram Stoker<br />
Erstveröffentlichung 1897</p>
<p>Dracula &#8212; Fürst der Vampire, Synonym der blutsaugenden Nachtgestalt, Mythos des über den Tod hinausreichenden Schreckens. Der irische Schriftsteller Bram Stoker verdankt seinen Weltruhm fast ausschließlich der berühmtesten aller Vampirgeschichten. Die Spannung des Romans basiert ganz wesentlich auf der Erzähltechnik: das Geschehen erschließt sich dem Leser aus Tagebuchaufzeichnungen und Briefen mehrerer Personen, von denen nicht alle das Ende des Romans erleben.</p>
<h3>Inhalt</h3>
<p>Der junge Anwalt Jonathan Harker reist nach Transsylvanien, um mit dem Grafen Dracula die Modalitäten für den Erwerb eines Anwesens in England zu besprechen. Je näher er dem Schloss des Grafen kommt, umso deutlicher werden die Ankündigungen des bevorstehenden Grauens. In Bistritz, der nächstgelegenen Stadt, bekreuzigen sich Einheimische, als Harker das Ziel seiner Reise nennt. Man versucht, ihm die Reise auszureden, eine Frau gibt ihm ein Kruzifix mit auf den Weg. Weiter geht es mit der Postkutsche, durch wilde Natur, die mit Einbrechen der Dunkelheit immer unheimlicher wird. Hunde heulen, ebenso die Wölfe, die immer näher zu kommen scheinen. Am Borgopass wird Harker von einer Kalesche des Grafen abgeholt &#8212; der Postkutscher und die Mitreisenden haben es sehr eilig, von dort weiter in die Bukowina zu kommen.</p>
<p>Im Schloss angekommen, wird Harker vom Grafen höflich empfangen. Ein vorzügliches Nachtmahl beschwichtigt vorerst seine Sorgen, auch das Zimmer ist aufs Angenehmste gerichtet. Die nächsten Tage verlaufen harmlos. Und doch wird der Engländer sein Unbehagen nicht los, denn da gibt es manchmal dieses unglaublich bösartige Grinsen in Draculas Gesicht, die von ihm ausgehende Kälte, die abgeschlossenen Türen. Bis tief in die Nacht hinein führt Harker mit Dracula Gespräche, doch nie bekommt er ihn tagsüber zu sehen. Schreckliche Ahnungen verdichten sich immer mehr zu blanker Todesfurcht.</p>
<p>Spätestens als Harker seinen Gastgeber kopfüber, wie eine Eidechse, an der Schlossmauer herunterklettern sieht, weiß er: ein menschliches Wesen ist Dracula nicht! Nur allzu deutlich gibt ihm sein »Gastgeber« zu verstehen, dass es für ihn kein Entkommen gibt. Er wird von Dracula genötigt, mehrere vordatierte Briefe an seine Verlobte und an seinen Vorgesetzten zu schreiben, die seine bevorstehende Rückkehr beschreiben. Außerdem warnt ihn der Graf davor, jemals in einem anderen Teil des Schlosses einzuschlafen als in seinem Zimmer. Doch als er eines Nachts auf der Suche nach einer Fluchtmöglichkeit das Schloss erkundet, überkommt ihn ein so übermächtiger Drang, an Ort und Stelle einzuschlafen, dass selbst seine Todesangst dagegen nicht ankommt.  Schlafend wird er von drei schönen jungen Frauen mit blutroten Lippen entdeckt. Der ersehnte Todeskuss wird vom Grafen selbst vereitelt, der den jungen Engländer für sich haben will. Harkers letzte Zweifel über die Natur des Grafen verschwinden, als er diesen tagsüber in der Gruft in einer mit Erde gefüllten Kiste schlafend findet. Er erlebt in Draculas Schloss noch grausigere Dinge, doch schließlich gelingt ihm die Flucht. &#8211;<em> All dies erfährt der Leser aus Tagebuchaufzeichnungen Harkers.</em></p>
<p>Danach wechselt die Perspektive und der Schauplatz. Der Fortgang der Geschichte spielt in England und erschließt sich aus »Originaldokumenten« verschiedener Zeugen, die mehr oder minder direkt in das grauenvolle Geschehen einbezogen sind: aus Zeitungsberichten, Tagebucheinträgen des Nervenarztes Dr. Seward und vor allem aus dem Briefwechsel zwischen Wilhelmina Murray (»Mina«), der Verlobten von Harker, und ihrer besten Freundin Lucy Westenra. Während Mina ihrer baldigen Hochzeit entgegensieht (und sich langsam Sorgen um ihren künftigen Ehemann macht), hat Lucy gleich drei respektable Verehrer, die alle am gleichen Tag um ihre Hand anhalten. Lucys Herz gehört eindeutig Arthur Holmwood. Die beiden Abgewiesenen (besagter Dr. Seward und ein Amerikaner namens Quincey Morris) verhalten sich wie echte Gentlemen, versichern Lucy ihre Freundschaft und sind auch miteinander sowie mit Arthur befreundet .</p>
<p>Etwa zur gleichen Zeit, als ihr Verlobter irgendwo auf dem Balkan vor Dracula auf der Flucht ist, reist Mina für ein paar Wochen zu ihrer Freundin Lucy nach Whitby, einer kleinen Hafenstadt im Nordosten Englands. Kurze Zeit nach ihrer Ankunft kommt es in Whitby zu einem Vorfall, der in der ganzen Stadt für Gesprächsstoff sorgt: Während eines Sturms, der ohne Vorwarnung nach einem freundlichen Sommertag über den Ort hereinbricht, wird ein Schiff in den Hafen getrieben, das wahrhaft den Namen »Totenschiff« verdient. Von der Besatzung hat keiner überlebt, dafür findet man den Kapitän tot an des Steuer gefesselt. Den Aufzeichnungen des Kapitäns entnimmt man später, dass die Besatzung keineswegs den natürlichen Gewalten des Meeres zum Opfer gefallen ist. Vielmehr gab es auf dem Schiff »Etwas«, das die Männer einen nach dem anderen auf unheimliche Weise in den Tod getrieben hat. Zumindest rätselhaft ist auch die an Bord befindliche Ladung: 50 mit Erde gefüllte Kisten, die dem Frachtauftrag gemäß nach Carfax bei London weitergeschickt werden. Carfax? &#8230; das war doch der Ort, in dem Dracula ein Anwesen erworben hat!</p>
<p>Etliche Einwohner Whitbys haben den großen, schwarzer Hund von dem Totenschiff an Land springen sehen. Allen Augenzeugen war dieser Hund unheimlich &#8212; möglicherweise war er tollwütig &#8212; doch geriet dieses Detail angesichts der Ungeheuerlichkeit des ganzen Vorfalls schnell in Vergessenheit. Neben der Sorge um ihren Verlobten Jonathan Harker bedrückt Mina das veränderte Verhalten ihrer Freundin Lucy. Nicht nur, dass das hübsche junge Mädchen bald nicht mehr so rosig und frisch wirkt wie bei Minas Ankunft. Beunruhigend ist vor allem ihr Schlafwandeln, eine Neigung, die sie als Kind schon hatte, inzwischen aber längst abgelegt zu haben schien. Eines Nachts findet Mina Lucy auf jener Klippe, von wo aus sie beide während des Sturms das Totenschiff beobachtet hatten. Von Weitem sieht sie sie auf einer Bank vor der Kirche sitzen, während sich etwas Langes, Schwarzes über sie beugt. Vermutlich ist Lucy spätestens seit dieser Nacht verloren, auch wenn ihre zahlreichen Verehrer den Kampf um ihr Leben so schnell nicht aufgeben.</p>
<p>Mina erhält bald nach der verhängnisvollen Nacht ein Lebenszeichen von ihrem Jonathan, der in einem Krankenhaus in Budapest langsam ins Leben zurückkehrt. Sie reist sofort mit dem Zug nach Budapest, wo das Paar ohne große Zeremonie heiratet. Lucy geht es derweil immer schlechter. Arthur bittet seinen Freund Dr. Sewaed, sich um sie zu kümmern, da er selbst zu seinem mit dem Tod ringenden Vater reisen muss. Als Mediziner erkennt Seward den Ernst der Lage, wenn auch nicht die Ursache des Leidens, und bittet deshalb seinen akademischen Lehrer, Professor van Helsing, um Hilfe. Auch der Professor ist von der Anmut Lucys hingerissen; umso schmerzliche trifft ihn die Erkenntnis, dass er kaum noch eine Chance hat, das junge Mädchen zu retten. Denn er weiß die kleinen Male an Lucys Hals zu deuten, die schon Mina aufgefallen waren: Lucy wurde von einem Vampir heimgesucht! Van Helsing tut alles, was man so gegen Vampire tut  &#8212; Knoblauch spielt dabei natürlich eine wichtige Rolle. Als Lucy immer schwächer wird, führt er mehrere Bluttransfusionen durch: Arthur, Seward, Morris und sogar er selbst geben ihr Blut für das Mädchen. Aber während die anderen noch auf Lucys Leben hoffen, weiß van Helsing, dass auf sie Schlimmeres wartet als der Tod.</p>
<p>Der Rest der Geschichte handelt von der spannenden Jagd der guten Menschen &#8212; angeführt durch van Helsing &#8212; gegen den bösen Vampir. Nicht alle Guten kommen durch, und der Holzpflock, der der armen Lucy ins Herz gerammt wird, ist ohnehin nicht zu vermeiden. Aber am Ende kriegen sie ihn!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.habenichtse.de/gothic-fiction/dracula/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

